Rettet die Alster!

Leider kein Scherz: Die Hamburger Hochbahn AG plant die Zuschüttung eines Teils der Außenalster, als Bau-Logistikfläche für die neue U5. Betroffen sind ca. 50.000 Quadratmeter, also rund zehn Fußballfelder, bis mindestens 2040. Drei Meter über dem Wasser, abgesteckt durch hunderte Meter stählerner Spundwände. Die Auswirkungen sind dramatisch und vielfältig - alle Infos findest du unten.

Das alles droht unserem Naturwahrzeichen Außenalster:

Ökologische Auswirkungen: 

  • Massive Störung des sensiblen Ökosystems der Alster
  • Gefährdung (teilweise Vernichtung) des Lebensraums zahlreicher Tier- und Pflanzenarten
  • Risiko der Gewässerverunreinigung durch Bauarbeiten
  • Die notwendigen Ramm- und Verdichtungsarbeiten würden erhebliche Erschütterungen und Störungen im gesamten Wasserköper verursachen und das aquatische Ökosystem nachhaltig schädigen
  • Durchgehende Beeinträchtigung durch Lärm und Erschütterungen über einen Zeitraum von 10 Jahren durch den Baubetrieb auf der Fläche
  • Gefahr der Gewässerverunreinigung durch den Baubetrieb mit Lagerung und Verwendung wassergefährdender Stoffe sowie Betriebsstoffe für Baumaschinen, schwere LKW und Produktionsanlagen in unmittelbarer Gewässernähe

Stadtbild und Erholungswert

  • Zerstörung einer der schönsten Sichtachsen Hamburgs für mindestens zehn Jahre
  • Beeinträchtigung des denkmalgeschützten Alster-Ensembles
  • Erhebliche Minderung des Erholungswertes für Anwohner und Besucher
  • Industriecharakter durch Baucontainer, Betonsilos und schwere Maschinen
  • Durchgehende Beeinträchtigung durch Lärm und Erschütterungen über einen Zeitraum von 10 Jahren durch den Baubetrieb auf der Fläche 

Sport und Freizeit:

  • Massive Einschränkungen für den Wassersport und 
    Behinderung der traditionsreichen Segel- und Rudersportaktivitäten
  • Verlust von Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten


Technische Bedenken:

  • Die geplanten Spundwände und Aufschüttungen (ca. 3 Meter über dem Wasserspiegel) erfordern extensive Rammarbeiten
  • Erschütterungen durch Verdichtungsmaßnahmen werden sich im Gewässer weiträumig ausbreiten
  • Risiko von Grundwasserveränderungen und Instabilitäten, insbesondere im Gebiet der gesamten Uhlenhorst
  • Gefahr der Sedimentaufwirbelung mit langfristigen Folgen für die Wasserqualität

Es gibt ein sehr zutreffendes Zitat des Umweltsenators Kerstan: 

„Natur- und Landschaftsschutz sind kein Selbstzweck"

Dadurch erhalte und sichere man ein wohnungsnahes, naturnahes Umfeld, „schaffen wir Natur in der Stadt“. Wie wichtig solche Erholungsgebiete sind, zeigte sich gerade in Corona-Zeiten, „wo viele Hamburgerinnen und Hamburger die Naturschutzgebiete und Parkanlagen unserer Stadt verstärkt aufsuchen und dabei neu kennen- und lieben lernen.“

Das fordern wir:

Wir fordern den vollständigen Verzicht auf die Nutzung der Außenalster als Baustelleneinrichtungsfläche sowie die Prüfung alternativer Standorte, auch mit ggf. weiteren Transportwegen, insbesondere:

  • Bereits versiegelte Flächen
  • Vorhandene Industrieareale
  • Temporäre Nutzung von Straßenflächen
  • Baubetriebliche Optimierung der Flächengrößen


Wir fordern transparente Kommunikation und:

  • Offenlegung aller Planungsalternativen
  • Frühzeitige Einbindung von Bürgern und betroffenen Verbänden
  • Detaillierte Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Berücksichtigung des Natur- und Denkmalschutzes
  • Einhaltung aller Schutzbestimmungen
  • Keine Kompromisse zu Lasten der Umwelt
  • Erhalt des historischen Stadtbildes

Insbesondere ist bei der Umweltverträglichkeitsuntersuchung, technischen Planung und den öffentlich rechtlichen Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen, dass es sich bei den Flächen für die Baustelleneinrichtung über einen Zeitraum von 10 Jahren und mehr, materiell nicht mehr um eine „temporäre“ Einrichtung handelt, sondern die Beeinträchtigungen über viele Jahre wirksam sind. 

Lass uns gemeinsam die Alster retten!

Der Bau der U5 ist für Hamburg wichtig, darf aber nicht zu irreversiblen Schäden an einem der wertvollsten Naturräume unserer Stadt führen. Dort wo die Aufschüttung sein wird, gibt es keinen Lebensraum mehr. Er ist schlicht weg. Unwiederbringlich.

Die Alster ist nicht nur ein Gewässer, sondern das Herz Hamburgs und prägendes Element unserer maritimen Stadtidentität.

Wir appellieren an Sie: Schützen Sie dieses einzigartige Natur- und Kulturerbe und finden Sie alternative Lösungen für die Baustelleneinrichtung der U5.